Nach dem Umstieg von JAVA auf Python habe ich recherchiert, ob es Alternativen zu BlueJ bzw. Greenfoot (bzw. Gamegrid) für Python gibt. Die schlechte Nachricht: Es gibt leider keine. BlueJ und Greenfoot sind die besten beiden Argumente für die Verwendung von JAVA als erste Programmiersprache. Der dritte Grund ist die Verbreitung. Alle anderen Argumente sprechen aber gegen JAVA. Kaum ein Programmierer würde zustimmen, dass Java durch besondere Zugänglichkeit und didaktische Reduktion besonders gut für Programmieranfänger geeignet sei. Java wirkt für viele Programmieranfänger abschreckend und wird nicht umsonst im englichsprachigen Raum zunehmend als erste Programmiersprache verdrängt.

Eine Alternative zu Greenfoot in Java Gamegrid , ein stark an Greenfoot angelehntes Framework, welches mittels Jython auch mit Python programmierbar ist. Da ich allerdings ungerne auf Jython wechseln möchte, habe ich begonnen selbst ein Framework zu schreiben, dass Gamegrid bzw. Greenfoot für JAVA ersetzen soll. Das ganze steckt noch in den Kinderschuhen (ich habe einen halben Tag Arbeit investiert), wird aber demnächst weiterentwickelt. Hier findet ihr das GIT-Repository: https://github.com/asbl/gamegridp Hier findet ihr das Projekt in Pypi: https://pypi.python.org/pypi/gamegridp/0.1 .

Ein Projekt für die Sommerferien habe ich mir auch schon ausgeguckt: Hier findet man einen Ansatz für eine Umsetzung von BlueJ auf Python. Diesen möchte ich gerne weiterentwicklen. Wenn BlueJ auch für Python existieren würde, würde es praktisch keinen Grund geben, Java als erste Programmiersprache zu verwenden.

 

Die Lerntheke dient dem Trainieren für die erste Klausur. Sie ist sowohl Offline ausdruckbar. Dank Inspiration von Jan-Martin Klinge ist sie auch Mobil mit dem Tablet nutzbar. Auf den einzelnen Karten befinden sich dann interaktive Links zu den Hilfekarten. Die Lerntheke steht unter CC0-Lizenz, d.h. ihr könnt damit anfangen was ihr möchtet.

 

Hinweis: Da der Abschnittszoom nicht in der Online-Variante von Office funktioniert, müsst ihr die Datei herunterladen. Ich werde die Dateien noch zu einem anderen Cloud-Anbieter verschieben, damit diese ärgerliche Einschränkung nicht weiter irritiert.

Hier der Download:

 

 

3. Stunde Python: Nachdem die Schüler mit Turtle-Grafik erste Erfahrungen gemacht haben und im Online-Kurs parallel die Grundlagen trainiert haben stand nun in der dritten Stunde das Thema Text-Adventures auf dem Programm.

Prinzipiell ist es mein Ziel, den “langweiligen” Teil des Programmieren-Lernens auf den Online-Kurs zu verschieben und dann im Unterricht selbst spannende Anwendungsfälle untersuchen zu können. Text-Adventures sind deshalb besonders gut geeignet, da man hier sehr gut den Umgang mit Kontrollstrukturen lernen kann (man benötigt eine Mainloop und einen Haufen verschachtelte If-Elif-Else Abfragen) und sieht, wie selbst sehr simple Programme schnell aus sehr komplexen Code bestehen (der Umgang mit Komplexität ist einer der Dinge, die die Informatik als Disziplin ausmacht).

Der Grundaufbau eines Textadventures in Python kann so aussehen:

zustand="start"
while (zustand!="ende"):
    if zustand=="start":
        print("Situationsbeschreibung")
        eingabe = input("Was tust du (f: In den Flur, a: Abhauen)")
        if eingabe=="f":
            zustand="flur"
        else:
            zustand="ende"
    elif zustand=="flur":
        print("Du betrittst den Flur")
        eingabe = input("Was tust du?")
    elif zustand=="ende":
        print("Du läufst davon...")
            


Das ganze wird natürlich schnell extrem unübersichtlich… daher enstand bei einigen Schülern von sich aus bereits der Wunsch den Code irgendwie übersichtlicher zu gestalten, was hier zum Thema Funktionen führt:

def flur():
    print("Du gehst in den Flur... oben hörst du Geräusche...")
    eingabe=input("""Was tust du?
        [r]ückwärts: Ich gehe zurück zum Haupteingang
        [o]ben: Ich gehe die Treppen hoch""")
    if eingabe=="r":
        return "haupteingang"
    if eingabe=="o":
        return "Erster Stock"

Weiterhin bietet es sich auch an Zufallsfunktionen einzuführen (um z.B. Kämpfe oder Gefahren zu simulieren). Das nächste mal werde ich daher diese Einheit mit einer Lerntheke ergänzen, auf der man die wichtigsten Funktionen nochmal nachlesen kann.

 

Interessanterweise kamen alle Schüler sehr ordentlich mit den Aufgaben zurecht. Eine Erfahrung, die ich mit Java+Guis oder Java+Greenfoot so noch nicht gemacht habe. Wenn wir über Probleme gesprochen haben, dann meist nicht über einfache Syntaxfehler, sondern über grundlegende Logik-Fehler, die von den Schülern mit etwas Hilfestellung selbst entdeckt wurden. So macht mir das Unterrichten viel mehr Spaß und ich habe das Gefühl, dass viele Schüler schneller und mehr lernen, als in meinen bisherigen Java/Lazarus Kursen.