Einer der Dinge mit dem ich zur Zeit am meisten kämpfe ist das Geben von Feedback. Woran liegt das? Dies kann man ganz einfach mit Mathematik erklären:

Ich habe insgesamt ca. 100 Schüler (tatsächlich sind es etwas weniger, bei Lehrer*innen mit Vollzeitstellen und Nebenfächern aber auch deutlich mehr).

Brauche ich für jede Abgabe nur 5 Minuten zum lesen und kommentieren, dann benötige ich 500 Minuten für mein Feedback - Dies sind mehr als 8 Stunden. In 5 Minuten kann ich aber keine Lösungen kontrollieren und kann auch nicht detailliert auf Schülerlösungen eingehen - Eigentlich bräuchte ich schon deutlich mehr Zeit. Wenn ich aber schon 15 Minuten pro Schülerlösung benötigen würde, wären das mehr als 3 Werktage Dies ist zur Zeit also der größte Zeitfresser. Noch nicht mit einberechnet sind Schüler denen ich hinterherschreibe, nachtelefoniere oder ähnliches. Dann bliebe mir (Bei meiner 80%-Stelle) genau ein Werktag für alles andere (Abi-Korrektur, Telefonkonferenzen, Aufgaben suchen und erstellen/Fragen beantworten, mich selbst fortbilden, mit anderen Lehrern kommunizieren, ggf. Lösungen erstellen...). Wenn ich 20 Minuten pro Arbeit brauchen würde, wäre meine Woche bereits voll, ich würde dann nur korrigieren. Zur Zeit hinke ich hier -bedingt durch eine Abi-Zweitkorrektur etwas hinterher und versuche gleichzeitig meine Aufgaben so umzustellen, dass diese 1:n-Situation etwas entlastet wird, z.B. indem ich auf Gruppenarbeit oder Peer-Feedback setze.

Dennoch wird ersichtlich, dass Effizienz hier sehr wichtig wird, um die begrenzte Zeit möglichst effizient zu nutzen. Wenn ich nun 100 Schülerabgabe per Mail erhalte, dann muss ich die Schülerabgaben sortieren, in Ordner speichern usw., damit ich die Übersicht behalte. Wenn mich dies auch nur 1 Minute pro Schüler kostet, sind dass 1u 1/2 Stunden Mehrarbeit, die ich an anderer Stelle irgendwo kürzen muss.